(v. Karin Ortner)
Premiere. Der Tag, auf den wir alle hingefiebert haben, der eine, der im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit steht wie kein anderer, an dem alles perfekt sein soll, herzeigbar, in guter Erinnerung bleibend. Es geht darum, ein Bild entstehen zu lassen, etwas darzustellen, das anderen – denen, die es sehen und beurteilen werden – gefällt. Niemand von uns weiß, wie dieses Bild in seiner Gesamtheit aussieht; wer auf einer Bühne steht, hat zwar ein Gefühl dafür, wie er sich bewegt und was er zum Ausdruck bringen will, sieht sich aber nie selbst, ist immer darauf angewiesen, dass andere ihm ihre Augen leihen, ihm wie ein Spiegel beim Betrachten des Bildes helfen. Werden „sie“ sagen, dass wir gut waren?
Was für ein Tag!!
Knapp 3 Stunden vor Vorstellungsbeginn sind alle bereits im Backstage-Bereich versammelt und harren der Dinge, die da jetzt kommen werden. Die Atmosphäre ist so dicht, dass man förmlich ein Knistern wahrnimmt. Freudige Erregtheit, Nervosität, bereits dezent erhöhter Pulsschlag. Leute, die schon zwischen Maske und Kostüm hin- und herlaufen. Stephan und Peter, heute ganz in Schale geworfen, die so kurz vor dem Höhepunkt nur noch eines machen: auf ihre Art dafür sorgen, dass Zuversicht verströmt wird und alle daran glauben, dass sie etwas können. – Und mit wie viel Fürsorglichkeit das geschieht! Vor den Garderobentüren aller auf, vor und hinter der Bühne Mitwirkenden stehen kiloweise Merci-Schachteln mit persönlichen Worten und Glückwünschen von Stephan, der uns in einer kurzen Ansprache noch letzte Regieanweisungen gibt, die allerletzte Politur sozusagen nach der gestrigen Generalprobe, um uns dann hochkonzentriert und voll motiviert in unsere persönlichen Vorbereitungen zu entlassen.
Um 19h werden alle vom Bewegungs- und Gesangschor mit der Applausordnung auf der Bühne vertraut gemacht. Bei so vielen Leuten muss es ein System geben, da sonst das Chaos ausbrechen würde. Und neben den Solistinnen und Solisten sollen ja auch alle anderen ein Stück vom Kuchen der Publikumsgunst abbekommen. Dass zumindest zweien aus unserer Gruppe so viel Information so kurz vor der Premiere nicht mehr wirklich zuzumuten war, haben wir erst im Anschluss an das Spektakel vom Regieassistenten Günther erfahren, der schweißgebadet und schließlich doch erfolglos zu verhindern suchte, dass sich die beiden beim Publikumsapplaus wie die Solisten einen Soloauftritt verschafften.
:-)
Mit dabei an diesem Abend ist auch das Kamerateam, das uns während des gesamten Prozesses immer wieder begleitet und viele von uns bereits von einer sehr persönlichen Seite kennen gelernt hat. Eine gute Gelegenheit natürlich, Stimmungsbilder einzufangen und sehr unverfälscht den Verlauf des Geschehens backstage festzuhalten. Elisabeth Blum, die als Regisseurin schon viel Feingefühl bewiesen hat, fiebert mit uns mit, dass man meinen könnte, sie müsse gleich selbst auf die Bühne! Dass Sheila dem zunehmenden Druck der letzten Tage als alleinerziehende Mutter nicht standhalten konnte und sowohl gestern bei der Generalprobe gefehlt hat als auch heute nicht da ist, hat sich während der letzten Tage bereits abgezeichnet und auch bis zu den Kameraleuten schon durchgesprochen.
Kurz vor dem Auftritt widmet sich noch jeder den Dingen, die ihm wichtig sind. Dazu gehört zum Beispiel das Kontrollieren der Kostüme, die von Helferinnen an die Plätze hinter und seitlich der Bühne verteilt werden, wo sie dann in den kurzen Momenten des Rollenwechselns und Umziehens griffbereit zur Verfügung stehen müssen. Hat es doch gestern bereits kleinere Pannen damit gegeben, die den Puls so schnell in die Höhe schießen lassen, dass man es gar nicht für möglich halten würde!
Die an Kampfszenen Beteiligten machen Aufwärmübungen, einige versuchen sich mit Yoga in ihre Mitte zu bringen, eine aus Stephans „Zauberkiste“ stammende Entspannungs- und Öffnungsübung findet auch ihre Anwender. Und so versuchen alle auf ihre Weise, sich einzustimmen und zu konzentrieren, während sich im Kasernenhof auf der anderen Seite der Bühne bereits die Besucher tummeln, elegant gekleidet, mit Begrüßungsgetränken verwöhnt, nichts ahnend, was alles passiert ist in den letzten Wochen und Monaten. Schade eigentlich. Ob sie es wertschätzen können werden, was sie sehen? Doch wie soll man würdigen, was man nicht weiß, wovon man keine Vorstellung hat, weil man es nicht miterlebt hat? Nicht einmal unter allen Angehörigen unserer Ensemblemitglieder ist jene Anteilnahme verbreitet, die man sich in einem solchen Moment wünschen würde. Gestern bei der Generalprobe hat sogar ein Elternteil frühzeitig die Vorstellung verlassen, sehr zur Enttäuschung derjenigen, zu deren Unterstützung er eigentlich hätte da sein sollen! Liegen solche Dinge in mangelndem Interesse und fehlender Sensibilität der einen begründet oder in der Unfähigkeit der anderen, sich ihren Mitmenschen mitzuteilen? Oder muß man manchmal einfach zur Kenntnis nehmen, dass es Dinge gibt, die man mit niemandem teilen kann? - Wie einsam ist man doch mitunter in der Welt seiner Erfahrungen!
Umso ergreifender und herzerwärmender ist die Betreuung, die uns von all denen zuteil wird, die so intensiv mit uns gearbeitet haben: Stephan, der wenige Minuten vor der Aufführung eigentlich überall zugleich sein sollte und Besucher ebenso begrüßt wie er noch für ein Interview vor der Kamera zur Verfügung steht, lässt es sich nicht nehmen, jeden einzelnen höchstpersönlich mit einem „toi-toi-toi!“ in die Arme zu nehmen. Dass es in seinem Kopf zu diesem Zeitpunkt bereits zugehen muss wie in einem Bienenstock, sieht man einem Profi wie ihm zumindest nicht auf den ersten Blick an. Peter verteilt seine positive Ausstrahlung auch sehr gekonnt, übt sich als Masseur, schöpft aus seinem Repertoire als Clown und weicht nicht von unserer Seite. Doris, die Regieassistentin, verteilt Lindt-Kugeln und macht uns auf rührende Weise ebenso Mut, wie ihr Kollege Günther, Marie Claire und unsere Kostümfrau. Eingehüllt in diesen Mantel aus liebevoller Energie werden wir auf die Bühne geschickt.....
Was jeder einzelne von uns in den folgenden 2-3 Stunden an Erfahrung macht, ist vermutlich genauso vielfältig wie wir es als Menschen sind und müsste man eigentlich jeden für sich erzählen lassen. Pannenfrei war sie nicht, die Vorstellung, soviel steht fest, wenngleich wir viele Dinge unserer Einschätzung nach sehr gut hingekriegt haben. Die Schiffsszene, in der wir gemeinsam mit dem Gesangschor punktgenau zu Tizianos Einsatz wie die Zinnsoldaten auf unseren Plätzen stehen müssen, hat in all den Proben überhaupt noch nie so funktioniert wie heute. Und viel Schweiß ist auch geflossen, das war in all den Momenten spürbar, in denen wir aus mehr oder weniger freundschaftlichen Gründen (von der leidenschaftlichen Umarmung bis zur Folterszene) miteinander auf Tuchfühlung waren.
Aber schlussendlich steht man dann da, das helle Licht der Scheinwerfer im Gesicht, vor sich eine Ahnung davon, dass wohl recht viele Leute hier sein müssen, denn der Applaus, der auch uns gilt, klingt ein bisschen wie Rauschen in den Ohren. Eine Verbeugung. Noch eine Verbeugung. Dieser Moment ist es also, der eine Bühne ausmacht, das Gipfelerlebnis, diese geballte Ladung Aufmerksamkeit, die viele in ihrem Leben so vermissen, dieses trügerische „Bravo!“, das sich so schön anfühlt, trügerisch deshalb, WEIL es sich so schön anfühlt, würde es sich auch dann noch so schön anfühlen, wenn man es nicht so sehr notwendig hätte? Ein klein wenig erscheint alles „unwirklich“. Man sieht die Stars von hinten, die glücklichen Gesichter von Tiziano und Stephan, als sie sich gemeinsam mit den Solisten verbeugen. Freude mischt sich mit einem etwas kühler anmutenden „War´s das jetzt?! War es DAS was ich mir gewünscht hab?“ Etwas benommen geht man dann von der Bühne, um im nächsten Moment, kaum dass man sich vor den Blicken der Menschen in Sicherheit wähnt, vor einer Kamera zu stehen....
Was für ein Abend!!
Die Rückmeldungen, die wir bereits in der Pause und auch jetzt im Anschluss an die Vorstellung bekommen, sind durchwegs positiv. Alle sind begeistert, auch diejenigen, die genau wissen, was nicht perfekt war. Eine Welle der Sympathie gäbe es für die Darbietungen unserer Laiengruppe, heißt es. Nicht alle scheinen in gleichem Maße darauf vertraut zu haben, dass wir auch mit dem großen Druck einer Premiere zurechtkommen würden. Immerhin muss man bedenken, dass eine Produktion diesen Kalibers auch eine ganze Menge Geld kostet; da ist es nur allzu verständlich, dass angesichts eines Unsicherheitsfaktors, wie 25 Laiendarsteller es nun mal sind, verschiedene Leute auch ein wenig zu zittern haben. Einer sagt, er habe Tränen in den Augen gehabt, als er das Schiff mit den perfekt positionierten Menschen rechtzeitig zum Choreinsatz auf der Bühne gesehen habe. Jedenfalls ist es schön, sich in den Klängen der Lobeshymnen zu sonnen, wieder wird umarmt und geküsst was das Zeug hält. – Es soll auch jene unter 30-Jährigen gegeben haben, die bis in den frühen Morgen damit nicht aufgehört haben! ;-)
Einen letzten Bühnenakt um punkt Zwölf gibt es anlässlich Stephans 45-sten Geburtstags, den wir – das Bewegungsensemble – mit Sekt begießen wollen (nachträglich kann man nur hoffen, dass er das auch wollte). Herzlichen Glückwunsch, Stephan!! Das Arbeiten mit Dir war eine wunderbare und große Erfahrung! – Es war uns „ein inneres Blumen Pflücken!“
Die Premierenfeier im Anschluss daran, die irgendwann vom Hof der Kaserne in ein nahe gelegenes mexikanisches Lokal verlegt wurde, war schön und berauschend. Was für eine Nacht!! Die letzten, die gegangen sind, haben berichtet, dass die Sonne bereits geschienen hat – ob das Morgenlicht so schön war, weil die Wahrnehmung bereits ein wenig verschoben war, oder ob es tiefsinnigere Gründe hat…?
Was für ein Tag!!
Knapp 3 Stunden vor Vorstellungsbeginn sind alle bereits im Backstage-Bereich versammelt und harren der Dinge, die da jetzt kommen werden. Die Atmosphäre ist so dicht, dass man förmlich ein Knistern wahrnimmt. Freudige Erregtheit, Nervosität, bereits dezent erhöhter Pulsschlag. Leute, die schon zwischen Maske und Kostüm hin- und herlaufen. Stephan und Peter, heute ganz in Schale geworfen, die so kurz vor dem Höhepunkt nur noch eines machen: auf ihre Art dafür sorgen, dass Zuversicht verströmt wird und alle daran glauben, dass sie etwas können. – Und mit wie viel Fürsorglichkeit das geschieht! Vor den Garderobentüren aller auf, vor und hinter der Bühne Mitwirkenden stehen kiloweise Merci-Schachteln mit persönlichen Worten und Glückwünschen von Stephan, der uns in einer kurzen Ansprache noch letzte Regieanweisungen gibt, die allerletzte Politur sozusagen nach der gestrigen Generalprobe, um uns dann hochkonzentriert und voll motiviert in unsere persönlichen Vorbereitungen zu entlassen.
Um 19h werden alle vom Bewegungs- und Gesangschor mit der Applausordnung auf der Bühne vertraut gemacht. Bei so vielen Leuten muss es ein System geben, da sonst das Chaos ausbrechen würde. Und neben den Solistinnen und Solisten sollen ja auch alle anderen ein Stück vom Kuchen der Publikumsgunst abbekommen. Dass zumindest zweien aus unserer Gruppe so viel Information so kurz vor der Premiere nicht mehr wirklich zuzumuten war, haben wir erst im Anschluss an das Spektakel vom Regieassistenten Günther erfahren, der schweißgebadet und schließlich doch erfolglos zu verhindern suchte, dass sich die beiden beim Publikumsapplaus wie die Solisten einen Soloauftritt verschafften.
:-)
Mit dabei an diesem Abend ist auch das Kamerateam, das uns während des gesamten Prozesses immer wieder begleitet und viele von uns bereits von einer sehr persönlichen Seite kennen gelernt hat. Eine gute Gelegenheit natürlich, Stimmungsbilder einzufangen und sehr unverfälscht den Verlauf des Geschehens backstage festzuhalten. Elisabeth Blum, die als Regisseurin schon viel Feingefühl bewiesen hat, fiebert mit uns mit, dass man meinen könnte, sie müsse gleich selbst auf die Bühne! Dass Sheila dem zunehmenden Druck der letzten Tage als alleinerziehende Mutter nicht standhalten konnte und sowohl gestern bei der Generalprobe gefehlt hat als auch heute nicht da ist, hat sich während der letzten Tage bereits abgezeichnet und auch bis zu den Kameraleuten schon durchgesprochen.
Kurz vor dem Auftritt widmet sich noch jeder den Dingen, die ihm wichtig sind. Dazu gehört zum Beispiel das Kontrollieren der Kostüme, die von Helferinnen an die Plätze hinter und seitlich der Bühne verteilt werden, wo sie dann in den kurzen Momenten des Rollenwechselns und Umziehens griffbereit zur Verfügung stehen müssen. Hat es doch gestern bereits kleinere Pannen damit gegeben, die den Puls so schnell in die Höhe schießen lassen, dass man es gar nicht für möglich halten würde!
Die an Kampfszenen Beteiligten machen Aufwärmübungen, einige versuchen sich mit Yoga in ihre Mitte zu bringen, eine aus Stephans „Zauberkiste“ stammende Entspannungs- und Öffnungsübung findet auch ihre Anwender. Und so versuchen alle auf ihre Weise, sich einzustimmen und zu konzentrieren, während sich im Kasernenhof auf der anderen Seite der Bühne bereits die Besucher tummeln, elegant gekleidet, mit Begrüßungsgetränken verwöhnt, nichts ahnend, was alles passiert ist in den letzten Wochen und Monaten. Schade eigentlich. Ob sie es wertschätzen können werden, was sie sehen? Doch wie soll man würdigen, was man nicht weiß, wovon man keine Vorstellung hat, weil man es nicht miterlebt hat? Nicht einmal unter allen Angehörigen unserer Ensemblemitglieder ist jene Anteilnahme verbreitet, die man sich in einem solchen Moment wünschen würde. Gestern bei der Generalprobe hat sogar ein Elternteil frühzeitig die Vorstellung verlassen, sehr zur Enttäuschung derjenigen, zu deren Unterstützung er eigentlich hätte da sein sollen! Liegen solche Dinge in mangelndem Interesse und fehlender Sensibilität der einen begründet oder in der Unfähigkeit der anderen, sich ihren Mitmenschen mitzuteilen? Oder muß man manchmal einfach zur Kenntnis nehmen, dass es Dinge gibt, die man mit niemandem teilen kann? - Wie einsam ist man doch mitunter in der Welt seiner Erfahrungen!
Umso ergreifender und herzerwärmender ist die Betreuung, die uns von all denen zuteil wird, die so intensiv mit uns gearbeitet haben: Stephan, der wenige Minuten vor der Aufführung eigentlich überall zugleich sein sollte und Besucher ebenso begrüßt wie er noch für ein Interview vor der Kamera zur Verfügung steht, lässt es sich nicht nehmen, jeden einzelnen höchstpersönlich mit einem „toi-toi-toi!“ in die Arme zu nehmen. Dass es in seinem Kopf zu diesem Zeitpunkt bereits zugehen muss wie in einem Bienenstock, sieht man einem Profi wie ihm zumindest nicht auf den ersten Blick an. Peter verteilt seine positive Ausstrahlung auch sehr gekonnt, übt sich als Masseur, schöpft aus seinem Repertoire als Clown und weicht nicht von unserer Seite. Doris, die Regieassistentin, verteilt Lindt-Kugeln und macht uns auf rührende Weise ebenso Mut, wie ihr Kollege Günther, Marie Claire und unsere Kostümfrau. Eingehüllt in diesen Mantel aus liebevoller Energie werden wir auf die Bühne geschickt.....
Was jeder einzelne von uns in den folgenden 2-3 Stunden an Erfahrung macht, ist vermutlich genauso vielfältig wie wir es als Menschen sind und müsste man eigentlich jeden für sich erzählen lassen. Pannenfrei war sie nicht, die Vorstellung, soviel steht fest, wenngleich wir viele Dinge unserer Einschätzung nach sehr gut hingekriegt haben. Die Schiffsszene, in der wir gemeinsam mit dem Gesangschor punktgenau zu Tizianos Einsatz wie die Zinnsoldaten auf unseren Plätzen stehen müssen, hat in all den Proben überhaupt noch nie so funktioniert wie heute. Und viel Schweiß ist auch geflossen, das war in all den Momenten spürbar, in denen wir aus mehr oder weniger freundschaftlichen Gründen (von der leidenschaftlichen Umarmung bis zur Folterszene) miteinander auf Tuchfühlung waren.
Aber schlussendlich steht man dann da, das helle Licht der Scheinwerfer im Gesicht, vor sich eine Ahnung davon, dass wohl recht viele Leute hier sein müssen, denn der Applaus, der auch uns gilt, klingt ein bisschen wie Rauschen in den Ohren. Eine Verbeugung. Noch eine Verbeugung. Dieser Moment ist es also, der eine Bühne ausmacht, das Gipfelerlebnis, diese geballte Ladung Aufmerksamkeit, die viele in ihrem Leben so vermissen, dieses trügerische „Bravo!“, das sich so schön anfühlt, trügerisch deshalb, WEIL es sich so schön anfühlt, würde es sich auch dann noch so schön anfühlen, wenn man es nicht so sehr notwendig hätte? Ein klein wenig erscheint alles „unwirklich“. Man sieht die Stars von hinten, die glücklichen Gesichter von Tiziano und Stephan, als sie sich gemeinsam mit den Solisten verbeugen. Freude mischt sich mit einem etwas kühler anmutenden „War´s das jetzt?! War es DAS was ich mir gewünscht hab?“ Etwas benommen geht man dann von der Bühne, um im nächsten Moment, kaum dass man sich vor den Blicken der Menschen in Sicherheit wähnt, vor einer Kamera zu stehen....
Was für ein Abend!!
Die Rückmeldungen, die wir bereits in der Pause und auch jetzt im Anschluss an die Vorstellung bekommen, sind durchwegs positiv. Alle sind begeistert, auch diejenigen, die genau wissen, was nicht perfekt war. Eine Welle der Sympathie gäbe es für die Darbietungen unserer Laiengruppe, heißt es. Nicht alle scheinen in gleichem Maße darauf vertraut zu haben, dass wir auch mit dem großen Druck einer Premiere zurechtkommen würden. Immerhin muss man bedenken, dass eine Produktion diesen Kalibers auch eine ganze Menge Geld kostet; da ist es nur allzu verständlich, dass angesichts eines Unsicherheitsfaktors, wie 25 Laiendarsteller es nun mal sind, verschiedene Leute auch ein wenig zu zittern haben. Einer sagt, er habe Tränen in den Augen gehabt, als er das Schiff mit den perfekt positionierten Menschen rechtzeitig zum Choreinsatz auf der Bühne gesehen habe. Jedenfalls ist es schön, sich in den Klängen der Lobeshymnen zu sonnen, wieder wird umarmt und geküsst was das Zeug hält. – Es soll auch jene unter 30-Jährigen gegeben haben, die bis in den frühen Morgen damit nicht aufgehört haben! ;-)
Einen letzten Bühnenakt um punkt Zwölf gibt es anlässlich Stephans 45-sten Geburtstags, den wir – das Bewegungsensemble – mit Sekt begießen wollen (nachträglich kann man nur hoffen, dass er das auch wollte). Herzlichen Glückwunsch, Stephan!! Das Arbeiten mit Dir war eine wunderbare und große Erfahrung! – Es war uns „ein inneres Blumen Pflücken!“
Die Premierenfeier im Anschluss daran, die irgendwann vom Hof der Kaserne in ein nahe gelegenes mexikanisches Lokal verlegt wurde, war schön und berauschend. Was für eine Nacht!! Die letzten, die gegangen sind, haben berichtet, dass die Sonne bereits geschienen hat – ob das Morgenlicht so schön war, weil die Wahrnehmung bereits ein wenig verschoben war, oder ob es tiefsinnigere Gründe hat…?
tante_ka - 13. Jul, 15:38